Es ist das Millenium-Silvester 1999/2000. Die ganze Welt will das neue Jahrtausend so gut wie irgend möglich feiern. Mit Böllern, Knutscherei und jeder Menge Schampus – so wie es sich eben für ein anständiges Silvester gehört.
Der kleine Jan ist damals gerade mal 18 – seinen Führerschein hat er ganz frisch gemacht und in Mamas Auto mit Keyboard auf dem Rücksitz geht’s für ihn auf seinen bisher größten Gig. Mitten auf dem Marktplatz soll er mit seiner Band “Ear Candy” spielen – dafür gibt’s richtig gutes Geld. Vier Jungs und zwei Mädels spielen in der Band – ein Gitarrist und Sänger, ein Schlagzeuger, ein Bassist, zwei Bläserinnen und eben Jan, der Keyboarder und der Jüngste der Band.
Als die Jungs und Mädels ihre Instrumente auf die Bühne schleppen, ist der Marktplatz noch ziemlich leer. Nicht mal hundert Leute sind da. Selbst bei den ersten Liedern ist es nicht gerade übermäßig voll. Doch je länger die Band spielt, um so mehr Leute kommen. Kurz vor Silvester ist der ganze Marktplatz voll mit Menschen – zweitausend werden an dem Abend gezählt. Von der Bühne aus sieht man nur noch eine jubelnde Menschenmenge, die tanzt, sich freut und zu der Musik von Ear Candy abrockt. Jochen, der Schlagzeuger, trommelt und schwitzt trotz eisiger Kälte, Bert, der Sänger, springt auf der Bühne auf und ab und die beiden Mädels an Saxophon und Trompete swingen und tanzen so gut es nur geht.
Als man um zwölf das Glockenspiel vom Kirchturm hört, knallen die Sektkorken und der ganze Himmel ist erleuchtet von einem bunten Feuerwerk. Ear Candy wird als die beste Band der Stadt gefeiert. Die Jungs und Mädels werden nicht von der Bühne gelassen, das Publikum schreit nach immer mehr Zugaben und die Band freut sich darüber, einfach gute Live-Musik machen zu können.
Als Jan an dem Abend nach Hause fährt, weiß er: “Rockstar” sein, das ist einfach großartig. Und deshalb will Jan auch in Zukunft “Rockstar” bleiben, wenn auch nur hobbymäßig und im kleinen Rahmen. Denn Musik machen ist das beste Hobby der Welt, das ist ganz klar.

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